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Reiseberichte von Jens Fritzsch

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Fahrradtour in Süd-Ost-Polen

Nach unserer abendlichen Ankunft in Przemysel, im Süd-Osten Polens, nahe der ukrainischen Grenze, wurde erst mal im Hotel ausgeschlafen. Beim morgendlichen Entladen der Fahrräder meinte es das Wetter gut mit uns und so sollte es auch die ganze Woche bleiben. Der erste Tag war zugleich der anspruchsvollste. Es ging über Schotterwege durch die Ausläufer der Ostkarpaten, aber an Lichtungen wurde man mit einer spektakulären Weitsicht belohnt. Die Tour führte uns nun nordwärts und es wurde jetzt hügelig bis flach. Die Verkehrsdichte ist außerhalb von großen Ortschaften, die es sehr wenig gibt, für diese Region typisch niedrig und geht manchmal sogar gegen Null. Wir waren sowieso nur auf Wald und Dorfstraßen unterwegs, so konnten wir das alltägliche Leben der Polen besser kennen lernen. Als Unterkunft wählten wir 2mal ein Hotel und 5mal eine Ferienwohnung. Die Hotels standen mit umgerechnet rund 60€ zu Buche, während die Ferienwohnungen inklusive Frühstück mit durchschnittlich 10€ fast verschämt preiswert erschienen. Die Strecke ging weiter zum Ort Horyniec, welcher direkt an der ukrainischen Grenze liegt. Hier besuchten wir eine der ältesten Holzkirchen des Landes. Vorbei an Tabakfeldern verläuft die Route in Richtung Nationalpark Rostotschien. Das Eingangsportal aus Holz zeigte uns an, dass wir uns nun im Nationalpark befanden. Neben vielen Mücken und Sandwegen, gab es auch die Möglichkeit sich an einem der vielen Weggabelungen zu verirren. So musste man auch mal auf einem unplanmäßigen tiefen Sandweg ein Stück schieben. Doch das gehörte einfach dazu, will man den Urwald Süd-Ost Polens hautnah kennen lernen. Eigentliches Ziel unserer Radreise war Zamosc. Nach der Besichtigung dieser kulturhistorischen reinen Renaissance-Stadt wollten wir mit der Bahn zurück nach Przemysl, dem Ausgangspunkt, fahren, denn dort stand ja unser Auto. Die Voraussetzung das Start- und Zielort unserer Fahrradreise einen aktiven Bahnhof haben war schließlich in die Planung eingeflossen. Doch die Auskunft des Zugpersonals war folgende: „Auf dieser Strecke verkehren ausschließlich Güterzüge.“ Und somit ging es auf den Rädern über eine einfachere, schnellere Verbindung in zwei Tagen zurück nach Przemysl.

Fazit: So eine Erkundungsradtour hat auch seinen Reiz, wenn man genug Zeit, Humor und Ausdauer mitbringt

altertümliches Bauernhaus in Ostgalizien Bauernhaus in Ostgalizien ein typisch polnischer 'Tante-Emma' Laden typisch polnischer 'Tante-Emma'Laden am Scheideweg zwischen Polen und der Ukraine zwischen Polen und Ukraine typosch polnische Radwege zwischen den Ortschaften typisch polnische Radwege
älteste Holzkirche für das Gebiet nahe der ukrainischen Grenze älteste Holzkirche nahe der Ukraine Eingangportal zum Rostotschien Nationalpark mit dem Wappentier Tarpan (ein kleines Waldpferd) Rostotschien Nationalpark Wappentier Tarpan Rostotschien Nationalpark mit Wolfspuren ;o) (der Jens ist vorausgegangen, was für ein Alphatier) Rostotschien Nationalpark Marktplatz von Zamosc Marktplatz von Zamosc

Per Rad entlang der polnischen Ostseeküste - von Kolberg nach Danzig -

Die Radtour in den Masuren hatte meine Teilnehmer infiziert. So hatten sich einige „Wiederholungstäter“ mir abermals angeschlossen, als ich zur Leuchtturmtour aufbrach. Wir nahmen erneut unsere eigenen Räder mit und reisten mit einem Kleinbus nach Kolberg. Bei bestem Wetter starteten wir hier am Leuchtturm inmitten des, vom Tourismus stark frequentierten, Kurorts. Das sollte es dann aber auch gewesen sein, denn von nun an waren wir die meiste Zeit unter uns. Nur die Ostsee zur Linken war unser ständiger Begleiter. Der mal mehr, mal weniger befestigte Radweg, welcher sich entlang der wild- romantischen und vor allem unberührten Ostseeküste schlängelte, ließ den Einen oder Anderen schon mal absteigen. Ja, Sandfahren ist Übungssache und Kraftaufwändig. Aber wir hatten enormen Fahrspaß! Höhepunkt der Radwanderung war der Slowinski Nationalpark mit seinen Wanderdünen. Ein spektakuläres Naturschauspiel hat sich uns geboten, als der Sand schier rastlos ostwärts wehte. Schon oft haben die mächtigen Dünen alles begraben was sich Ihnen in den Weg stellte, um es Jahre später wieder freizulegen. Weiter ging es in Richtung Danzig vorbei an der Steilküste, weiteren Leuchttürmen zur Halbinsel Hel. Die Insel wurde erst vor wenigen Jahrhunderten aus einer Sandbank geboren und ist nur wenige hundert Meter breit aber circa 30 Kilometer lang. Rechts der Insel stilles Wasser und links die ungezähmte Ostsee. Der Zielort Danzig hat ebenso beeindruckende Erinnerungen, wie die gesamte Radreise, bei uns hinterlassen. Danzig besitzt ein eigenes, ganz besonderes Flair.

Fazit: Fan`s von Wasser, Wind, Sand, wild- romantischen Stränden und wenig Geld sind hier richtig.

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Per Rad durch die große ’Masurische Seenplatte’

Die erholsame Radwanderung durch die grüne Lunge Polens hat uns Allen sehr viel Spaß gemacht. Uns, das sind einige nette Leute die mich angesprochen haben, ob sie sich mir anschließen dürfen, da sie wissen dass ich mich in der Welt gut auskenne und organisieren kann. So strampelten wir in einer Woche im August, abseits der wenigen großen Straßen durch herrliche Landschaft und urige Dörfer. Wir erreichten das Etappenziel stets am Nachmittag, wo wir unsere Seele richtig baumeln lassen konnten, bevor wir in einem der Backsteinhäuschen ein landestypisches warmes Essen und ein Lager für die Nacht bekommen hatten. Meister Adebar war nicht selten Untermieter bei uns und früh weckte uns dann schon mal wieder schnatterndes Federvieh. Auf 270 Kilometern leichter Hügellandschaft und oftmals mit Blick auf einen der zahlreichen Seen ging es entlang uralter Eichenalleen zurück in Richtung Startort Pisz.

Fazit: Natur pur (inklusive Mücken)

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