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April 2017 - Freie Presse schreibt ...

Zweite Chile-Visite hat es in sich

PUERTO NATALES – In der als Huemul bezeichneten Klasse Herren 40 – benannt wie ein Südandenhirsch – hat sich Jens Fritzsch aus Stollberg kürzlich an den Ultra Fiord in Chile gewagt. Und auch wenn es für den Extremsportler der zweite Besuch in Südamerika gewesen ist, besaß die jüngste Tour wieder einen besonderen Reiz. „Bei der Durchquerung der Atacama-Wüste 2013 war es eher die Hitze. Jetzt ging es über den Gletscher und durch richtigen Urwald“, beschreibt Fritzsch, der von Freundin Susanne Göbel begleitet wurde, die geografische Vielfalt.

Auf einer Internetseite sei der 48-jährige, der seit dem Jahr 2000 regelmäßig Ultra-Marathons in der ganzen Welt bestreitet, auf die 112 Kilometer lange und 4000 Höhenmeter aufweisende Runde aufmerksam geworden, war unter 40 Startern nur einer von vier Europäern. „Ich wollte schon immer einmal nach Patagonien, wusste allerdings auch, dass der Lauf nicht ganz ohne war.“ Vor allem die unzureichende Streckenausschilderung erschwerte den Startern den Weg. „Im vorigen Jahr haben sich zwei Teilnehmerinnen verlaufen, wurden drei Tage lang vermisst. Auch war die ärztliche Versorgung nicht ganz so, wie man es von uns kennt“, so Fritzsch, der hinterher jedoch sagen konnte: „Die abwechslungsreiche Landschaft hat für alles entschädigt.“ Mit einem Katamaran ging es für alle von Puerto Natales zunächst ins Landesinnere, bis ans Ende des Fjords Última Esperanza (zu deutsch: letzte Hoffnung). Von dort führte die Strecke zunächst auf den 1240 Meter über den Meeresspiegel gelegenen Paso Byron. „Der Gletscher war ohne Steigeisen nicht zu bewältigen. Es war fast wie Bergsteigen. An Tauen aus Hanf musste man sich hochziehen oder abseilen, dabei auf die Gletscherspalten achten.“

Ging es anfangs – viereinhalb Stunden für zehn Kilometer – schleppend voran, folgte nach dem Abstieg ein ellenlanger Schlammparcours. „Damit nicht genug. Gut 30 Kilometer Strecke führte durch urige Wälder mit riesigen Bäumen, die den Weg versperrten. Mit Stirnlampen ging es durch die Nacht und durch zahlreiche Flüsse. Nach etwas mehr als einem Drittel Weg bestand die Möglichkeit, die Kleidung zu wechseln“, so Fritzsch, der nun auf der eher hügeligen Strecke in Richtung Ziel steuerte. Durch hohes Gras und Weideland ging es in Richtung Puerto Natales, wo ihn die Freundin 29 Stunden in Empfang nahm. „Schwertvergnügen“, nennt der Stollberger Weltenbummler seine Ausflüge. Es soll noch lange nicht der letzte gewesen sein. Pläne für eine Island-Tour gibt es schon.

Quelle: Freie Presse Mittwoch, 26. April 2017 - Lokalsport




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